Aktuelles und Termine:
18. Oktober 2017 Konkurrierende Kräfte: Wie Moleküle ihre Struktur erhalten

Eine in sich verdrehte Doppelhelix: Das ist die markante Struktur der DNA, die aus großen Molekülen besteht. Welche Kräfte dabei innerhalb der Moleküle wirken und ihnen so ihre charakteristische Struktur geben, haben Chemiker und Physiker der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) nun anhand synthetisch hergestellter Moleküle untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass es vor allem zwei charakteristische Kräfte gibt, die sich gegenseitig verstärken oder abschwächen können. Die Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse kürzlich im internationalen Fachjournal "Angewandte Chemie" vorgelegt.

"Bisher war man davon ausgegangen, dass sich die Kräfte in Makromolekülen untereinander kaum beeinflussen. Gerade für feste Polymere waren die wirkenden Kräfte für die Strukturbildung kaum untersucht", sagt Prof. Dr. Wolfgang H. Binder vom Institut für Chemie der MLU. Um die Wechselwirkungen zwischen den Molekülen besser zu verstehen, stellten die Forscher vereinfachte Polymere her. Bei der Untersuchung dieser Polymere arbeiteten sie eng mit den Physikern der Universität Halle um Prof. Dr. Thomas Thurn-Albrecht und Prof. Dr. Kay Saalwächter zusammen.

"Die Ergebnisse tragen zum besseren Verständnis der Strukturbildung von Polymeren bei", sagt Binder. Sie lassen Rückschlüsse auf Materialeigenschaften von zum Beispiel selbstheilenden Materialien zu, da sich die konkurrierenden Kräfte in solchen Materialien nun besser einstellen lassen. Zudem erweitern die Resultate die Erkenntnisse über Proteine, deren Strukturen maßgeblich zu ihrer Funktionsweise beitragen.

» Pressemitteilung der der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
» Zur Publikation in Angewandte Chemie

15. September 2017 Internationale Tagung zur Polymerkristallisation in Wittenberg

Es ist längst nicht mehr nur die Plastiktüte. Polymere finden sich überall, im Alltag, der Technik, in der Natur und in der Forschung. Zentral für das Verständnis der Eigenschaften von Polymeren ist der Prozess ihrer Strukturbildung – dazu gehört auch die Bildung von Kristallen. Diese stehen vom Sonntag, 17. September, bis Mittwoch, 20. September 2017 im Zentrum einer internationalen Tagung, die in der Stiftung Leucorea in Wittenberg stattfindet. Organisiert wird die Veranstaltung vom Sonderforschungsbereich SFB-TRR102 „Polymere unter Zwangsbedingungen“ der Uni Halle. Im Interview erklärt der SFB-Sprecher Prof. Dr. Thomas Thurn-Albrecht die Bedeutung der Polymerkristalle.

» Interview mit Prof. Thomas Thurn-Albrecht im Magazin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
» Informationen zur Tagung International Discussion Meeting on Polymer Crystallization 2017

12. Mai 2017 Auftaktveranstaltung der beiden neuen Nachwuchsgruppen am Zentrum für Innovationskompetenz SiLi-nano®

Am 18.05.2017 geht das Zentrum für Innovationskompetenz (ZiK) SiLi-nano® an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) mit einem Kickoff in die zweite Phase. Die beiden neuen Nachwuchsgruppenleiter, Dr. Akash Bhatnagar aus Indien und Jun.-Prof. Dr. Wouter Maijenburg aus den Niederlanden, werden Ihre Forschungsvorhaben für die nächsten Jahre vorstellen.

Mit erfolgreicher Bewilligung und Start in die nächste fünfjährige Förderphase wird sich das ZIK SiLi-nano® jetzt breiter in Richtung der Materialforschung für die Energiewende aufstellen. Hierzu wird strategisch der Fokus um photoinduzierte chemische Grenzflächenreaktion und damit um chemische Kompetenz für die Speicherung von Energie erweitert. Dabei steht die Entwicklung von neuen funktionalen Hybridwerkstoffen wie Photo-Ferroelektrika für Hochspannungs-Solarzellen (Nachwuchsgruppe Light-for-High-Voltage Photovoltaics, Dr. Bhatnagar) und nanostrukturierte oxidische Perowskite für die Wasserstofferzeugung (Light-for-Hydrogen, Jun.-Prof. Dr. Maijenburg) auf Silizium im Vordergrund.

» Informationen zur Auftaktveranstaltung
» Interview mit den beiden Nachwuchsgruppenleitern

28. März 2017 Hallescher Wissenschaftler erhält Nachwuchspreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Für seine Forschungsarbeit zu oxidischen Quasikristallen hat der hallesche Physiker Dr. Stefan Förster den „Gerhard Ertl Young Investigator Award“ bei der Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) – der weltweit größten Physikfachgesellschaft – erhalten. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird jährlich an herausragende Nachwuchswissenschaftler im Bereich der Oberflächenphysik vergeben.

» Bericht im Magazin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
» Gerhard Ertl Young Investigator Award 2017

9. Januar 2017 Neue Materialien für Solarzellen: Physiker aus Halle an internationalem Forschungsprojekt beteiligt

Silizium für Solarzellen könnte in Europa künftig knapp werden, deswegen braucht es eine Alternative: Neuartige Dünnschichtsolarzellen stehen im Zentrum des internationalen Forschungsprojekts "Starcell", an dem auch Physiker der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) mitarbeiten. Die Europäische Union (EU) fördert das Projekt, das unter Federführung des katalonischen Instituts für Energieforschung steht, für drei Jahre mit rund 4,8 Millionen Euro. Davon fließen rund 380.000 Euro an die MLU. Die Mittel stammen aus dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation "Horizon 2020".

Seit einigen Jahren suchen Wissenschaftler nach alternativen Materialien für Solarzellen, die ungiftig und in großen Mengen verfügbar sind. Der Hintergrund: Die EU hat einen Katalog mit sogenannten kritischen Rohstoffen erstellt. Darin sind die Stoffe enthalten, die weltweit oder zumindest im EU-Raum künftig knapp werden könnten. Auf der Liste stehen auch einige Elemente, die für die Herstellung von Solarzellen wichtig sind: Indium, Gallium, Tellur und sogar Silizium. Das Projekt "Starcell" hat deshalb das Ziel, eine Dünnschichtsolarzelle zu entwickeln, die aus ungiftigen und breit verfügbaren Alternativen besteht. Eine entscheidende Rolle spielt dabei Kesterit, das seit den 2000er Jahren intensiv erforscht wird.

"In der Vergangenheit hat die Entwicklung neuer Solarzellen bis zur technologischen Anwendung mehrere Jahrzehnte gedauert", sagt Prof. Dr. Roland Scheer vom Institut für Physik der MLU. Seine Arbeitsgruppe erforscht seit Langem Kesterit als möglichen Baustoff für Solarzellen. Über die EU-Förderung sollen die Grundlagen geschaffen werden, um die Kesterit-Solarzellen schneller in den Markt einführen zu können. Dafür müssten aber noch einige Hürden überwunden werden, wie Scheer sagt: "Der Laborwirkungsgrad dieser Solarzellen liegt derzeit bei 13 Prozent - das ist noch viel zu wenig für den industriellen Einsatz. Hier wären mindestens 18 Prozent nötig." Außerdem müssten die Materialeigenschaften des Stoffes noch weiter erforscht werden, um gezielte Veränderungen vornehmen zu können.

» Pressemitteilung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
» Informationen zum Projekt im Forschungsportal Sachsen-Anhalt
» Das Projekt in der EU-Forschungsdatenbank CORDIS

» Nachrichten-Archiv

(letzte Änderung: 18.10.2017, 14:39 Uhr)